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Dieses Lied. Alles.


Seine Hände zitterten, als er dieses Lied hörte. Mit weit aufgerissenen Augen starrte er darauf hinunter. Es wühlte einfach zu viel in ihm auf. Alles, was er eigentlich zurückhalten wollte, kam ihm hoch. Trotzdem konnte er nicht aufhören, ihm zu lauschen. Wieder und wieder. Endlosschleife. Hätte er nun reden müssen, wären vermutlich nur unzusammenhängende Sätze aus seinem Mund gekommen. Wie sollte er diese Emotionen auch in Worten ausdrücken? Unmöglich. Seine eigentliche Botschaft wäre weiterhin unverständlich geblieben. Der Songtext nistete sich in seinem Kopf ein und lief auch bei den kleinen Pausen, die zwischen der erneuten Wiederholung lagen, uneingeschränkt weiter. Zu sehr beschäftigten ihn diese Worte. Still wünschte er sich, dass die Person, die er damit in Verbindung brachte, mit ihm gemeinsam diesem Lied lauschen und sich davon angesprochen fühlen würde. Die Hoffnung, die im Verlauf des Tages immer wieder in ihm aufgeflammt war, wurde unter den Aussagen des Songs untergraben. Aber trotzdem konnte er nicht damit aufhören, es sich immer wieder von Neuem anzuhören. Wie ein Zwang. Mit leerem Blick schaute er sich um. Blickte auf die Wände seines Zimmers, die vollgeschrieben waren mit Zitaten und Gedanken. Jede Zeile stieß etwas in ihm an. Oft achtete er gar nicht mehr bewusst darauf, doch in einem Moment wie diesem schienen sie mit ihm zu sprechen und ihm ihre unterschwelligen Botschaften zuzuflüstern. Ihre Stimmen vermengten sich zu einem Gewirr in seinem Kopf, welches jedoch schließlich wieder von der Musik übertönt wurde. All der Schmerz, den er fühlte, drückte sich nun in diesem Lied aus. Stumm sang er den Text mit und legte alles hinein, was er momentan noch zu fühlen vermochte. Seine Trauer, seine Sehnsucht, seine Hilflosigkeit, seine Verzweiflung. Zusammen ergaben sie eine Sinfonie seiner persönlichen Qualen. Diese Mischung setzte ihm ungemein zu, aber er konnte nicht davon ablassen. Unaufhörlich. Wieder und wieder. Jedes Mal durchflutete ihn erneut die Wucht seiner Gefühle. Aufhören konnte er nicht, war sich auch nicht sicher, ob er das gerade wirklich wollte. Vielleicht war es masochistisch. Andererseits half es ihm aber auch, das alles in diesem Song ausgedrückt zu fühlen. Wie lange er letztlich bewegungslos da saß und den gleichbleibenden Klängen lauschte, war ungewiss. Schlussendlich aber schlief er mit verweinten Augen in dieser verkrampften Haltung ein – das Lied noch immer im Hintergrund laufend.

28.5.16 18:47
 
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